27.1.12

Beim Alternativen Medienpreis bis 31.3. bewerben

Bis 31. März kann man sich beim Alternativen Medienpreis bewerben. Jeweils zwei mit je 500 Euro dotierte Preise gibt es in den vier Sparten Internet, Print, Audio und Video zu gewinnen. Bewerbungsschluss ist der 31. März 2012. Die Preise werden am 4. Mai 2012 in der Nürnberger Akademie, Gewerbemuseumsplatz 2, überreicht.

Erstmals wird der Sonderpreis Medienkritik verliehen. Stifter ist das Projekt „Zweite Aufklärung“ – Forum für Medienkritik und Gesellschaftsentwürfe. Die Ausschreibung richtet sich an Autoren, deren Beiträge zu neuen Entwicklungen in der Medienlandschaft kritisch Stellung beziehen, ihre gesellschaftliche Wirkung beleuchten oder Fehltritte und Fehlentwicklungen der Medien aufdecken. Einzelheiten in den Teilnahmebedingungen.

Wer teilnehmen will, meldet sich online per Formular an.

Zur Pressemitteilung

Sonderausschüttung der VGWort für Onlinetexte

Wer im vergangenen Jahr Texte im Internet veröffentlicht hat, sollte sich bis 31. Januar bei der VG Wort melden. Es winkt eine Sonderausschüttung. Alles Nähere steht auf http://www.vgwort.de/verguetungen/auszahlungen/texte-im-internet.html

26.1.12

Journalismuskritik: Geht die Kinderarmut wirklich zurück?

Wie man mit Statistik Erfolgsmeldungen erzeugen kann. Ursula von der Leyen freut sich über den angeblichen Rückgang der Kinderarmut auf 1,64 Millionen (die Süddeutsche Zeitung berichtete). Sie wertet diese Entwicklung als Erfolg der Politik ihres Ministeriums. Damit hat sie vermutlich recht. Denn bereits Ende 2011 hat von der Leyen angekündigt, dass die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld II gedrückt werden soll. Ihr Ziel dabei: die Ausgaben für das ALG II sowie das an Kinder ausgezahlte Sozialgeld um mehr als 900 Millionen Euro zu reduzieren.

Der Kinderschutzbund Deutschland liefert andere Zahlen. „Betrachtet man alle Kinder und Jugendlichen aus Familien, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozialhilfe, Kinderzuschlag, Wohngeld oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen, so ist von über 2,4 Millionen Kindern in Armut auszugehen“, sagt Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes. Dies seien auch die anspruchsberechtigten Kinder für das Bildungs- und Teilhabepaket.

Der Kinderschutzbund korrigiert die von-der-Leyen-Zahlen: Die derzeitige Berichterstattung suggeriere einen starken Rückgang der Kinderarmut. Die Armutsgefährdungsquote ging zwischen September 2006 und September 2011 lediglich um 1,5 Prozentpunkte zurück. Waren 2006 noch 16,6% der Kinder unter 15 Jahren hilfebedürftig, so sind es nach aktuellsten Erhebungen 15,1%. Insgesamt gebe es in absoluten Zahlen weniger Kinder. Zudem würden in der genannten Statistik die 15- bis 18-jährigen gar nicht berücksichtigt.

Markus Grabka, Sozialexperte im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), warnt davor, die von der „Süddeutschen“ referierten Zahlen der Bundesagentur überzubewerten. "Kinderarmut bleibt das zentrale sozialpolitische Problem in Deutschland", sagte er. Wenn Eltern mit ihren Kinder aus Hartz IV herauskämen, sei das längst keine Garantie, nicht von Armut betroffen zu sein. Das Risiko bestehe gerade auch für Menschen, die im Niedriglohnsektor arbeiten, sagte er gegenüber der ZEIT. Auch deren Zahl wird in der Statistik, die den Rückgang belegen soll, nicht berücksichtigt.

Die Ministerin hat ihr Ziel erreicht: Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld II gedrückt, Ausgaben für arme Kinder gesenkt - und eine Erfolgsmeldung obendrein.

23.1.12

Neue Lehrgänge rund um Medien und Journalismus gestartet

Online-Medien texten und gestalten, mit Online- ebenso wie mit klassischen Medien Unternehmens- oder Verbandsziele an Medien und Öffentlichkeit kommunizieren zu können, sind Voraussetzungen für eine erfolgreiche Berufslaufbahn in den Medien. In den Lehrgängen Online-Journalismus und Medienproduktion digital an der Journalistenakademie (6 Monate Vollzeit) vermitteln die Dozenten nicht nur Praxiswissen, sondern auch Erfahrung in der praktischen Projektarbeit. Soeben, am 23. Januar, haben beide Lehrgänge begonnen. Sie sind zertifiziert und können per Bildungsgutschein gefördert werden.

Die Unternehmenskommunikation haben die Lehrgang Pressearbeit online und Medienmanagement im Focus. Ein Schwerpunkt ist die Non-Profit-PR, ein weiterer das Corporate Publishing. Beim Medienmanagement kommt kaufmännisches Wissen für die Medienorganisation hinzu. Die beiden Lehrgänge haben ebenfalls am 23.1. begonnen, dauern sechs Monate und können per Bildungsgutschein gefördert

Wer speziell das Online-Handwerk erlernen möchte - Schreiben für Online-Medien, Blogs, Twitter, Social Media - kann das dreimonatige Modul "Online-Publishing" besuchen. Auch dieses Modul kann per Bildungsgutschein gefördert werden.

Noch einige Wochen nach Lehrgangsbeginn ist ein Einstieg möglich. Interessiert? Dann wenden Sie sich bitte entweder telefonisch unter 089.1675106 an die Journalistenakademie, um einen Beratungstermin zu vereinbaren, oder nehmen Sie per Mail Kontakt auf.

22.1.12

Online-Dossier "Verwandlung" von OJ40/PO33

Ein Verwandlungsspiel ist auf der Startseite des Online-Dossiers "Verwandlung" zu finden: User können aus den Gesichtern der Autorinnen und Autoren neues zusammensetzen (die Bedienung ist selbsterklärend). Dahinter verbergen sich Berichte, Reportagen und Interviews zu Themen wie erneuerbare Energien, studierte Putzfrauen oder einer Zeitreise in die "Golden Twenties".

Zum Dossier "Verwandlungen" der Kurse OJ-40/PO-33

19.1.12

AP zeigt, wie man richtig twittert

Die neuen Social Media Guidelines von Associated Press (AP) geben Tipps fürs korrekte Nutzen von Facebook, Twitter und Co. Journalisten hatten moniert, dass beim Retweeten nicht deutlich wurde, wessen Meinung hier zum Ausdruck kam. Mallary Jean Tenore fasst auf poynter.org die wichtigsten Neuerungen zusammen. So legt AP jetzt fest, auf welche Weise man Falschmeldungen korrigiert und Tweets löscht.

Grundsätzlich ermutigt AP alle Journalistinnen und Journalisten im Hause, Social Media zu nutzen und etwa eigene Twitter-Accounts anzulegen. Dabei darf im Nutzernamen das Kürzel AP nicht verwendet werden. Stattdessen sollen die Angestellten in ihrem Profil offen legen, dass sie bei AP arbeiten.

Beim Retweeten von Meinungen soll deutlich werden, dass hier lediglich eine Meinung zur Kenntnis gegeben wird. Im Text sollte dies durch eine distanzierende Formulierung kenntlich gemacht werden. Statt "RT @dailyeuropean: at last, a euro plan that works bit.ly/xxxxx" schlägt AP vor: "Big European paper praises euro plan: RT @dailyeuropean: at last, a euro plan that works bit.ly/xxxxx".

Zu den Social Media Guidelines von AP (PDF, engl.)
Zum Beitrag bei poynter.org (engl.)

16.1.12

Bis 15. März beim Grimme Online Award bewerben

Beim Grimme Online Award können 2012 erstmals auch Apps eingereicht werden, sofern sie "besondere publizistische Qualität aufweisen", so Friedrich Hagedorn, Referatsleiter im Grimme-Institut. Im neuen Wettbewerb, dies eine weitere Neuerung, sollten auch publizistische Einzelleistungen im Netz stärkere Beachtung finden.

Internetnutzer und Anbieter können bis zum 15. März 2012 ihre Vorschläge für preiswürdige Angebote auf www.grimme-online-award.de einreichen. Am 8. Mai 2012 wird das Grimme-Institut die Nominierten bekanntgeben. Danach beginnt sowohl die Abstimmung zum Publikumspreis als auch die Arbeit der Jury. Seit 2012 ist Gabriele Hooffacker Jurymitglied beim Grimme Online Award.

14.1.12

Social Media Strategien: Neues mit Bewährtem verbinden


Was ist neu und anders an Social-Media-Strategien gegenüber klassischen PR-Strategien? Gleich mehrere aktuelle Blogbeiträge und Veröffentlichungen stellen fest: Eine gute Social-Media-Strategie muss in die gesamte PR-Strategie der jeweiligen Organisation eingebettet sein. Mirko Lange hat für diese Erkenntnis die hübsche Bezeichnung „Social Centric Strategy“ gefunden. Er schreibt: „Wenn das Unternehmen beispielsweise über die Strategie „Kompetenzführerschaft“ Absatz und die Marktanteile steigern will, dann ist auch selbstverständlich, dass diese Strategie nicht nur über Social Media verfolgt, sondern konsequent nach innen und außen auch durch andere Maßnahmen getrieben wird – zum Beispiel extern durch Medienarbeit sowie “Speakers Placement” und intern durch beispielsweise Experten- und Know-how-Aufbau.“ Seinen erweiterten Strategiekreis habe ich hier verlinkt.

Langes Überlegungen liegt die Erkenntnis zugrunde, dass Social Media an eine bereits bestehende, übergreifende Strategie angedockt sein muss. Sonst bleibe Social Media nur eine Maßnahme, die strategisch in der Luft hänge. Mirko Lange bemerkt (und das kann man nicht of genug sagen):“Mehr verkaufen wollen” ist genauso wenig eine Strategie wie “mehr Bekanntheit haben wollen”! Zum Blogeintrag von Mirko Lange auf talkabout.de

Warum sollte ein Nutzer Ihrem Unternehmen bei Twitter folgen oder ein Fan Ihrer Gruppe bei Facebook werden? Welchen Nutzen hat er davon? Die Frage nach dem Nutzwert der Social-Media-Angebote eines Unternehmens stellt Christian Maass in seinem Blog Netzbaron.de.

Sonja Salmen, Professorin für E-Strategie und Electronic Business an der Hochschule Heilbronn, rät Unternehmen und Institutionen zur Arbeit mit sozialen Netzen. Ihre Empfehlungen überraschen mit der Forderung „Demokratie wagen“ und basieren auf der klassischen Public-Relations-Strategie:
1. Erfahrung sammeln, das Image erkunden
2. Ziele definieren
3. Zielgruppen und Kanäle wählen
4. Struktur und Abläufe festlegen
5. Inhalte definieren
6. Demokratie wagen
7. Ergebnisse und Dienstleister kontrollieren.
Beitrag auf absatzwirtschaft.de mit weiterführenden Links u.a. zu Controlling-Instrumenten.

Storytelling ist für Robi Lack dabei zentraler Bestandteil. Welche Geschichte soll via Social Media erzählt werden? Ein gutes Storytelling verfüge über einen Spannungsbogen, wirke sympathisch, wecke Emotionen und zeige Wirkungen. Und das, so Robi Lack, seien die Grundelemente der sozialen Medien, die auf Kommunikation und Austausch setzen und Produkte oder Dienstleistungen zum Positiven verändern möchten. Für ihn gehören interessante Inhalte ebenso zum Storytelling wie das Eingehen auf die Rückmeldungen aus der Community: „Erzählen Sie (wahre) Geschichten, die bei den Interessenten im Kopf Bilder auslösen.“ Mehr dazu in seinem Blogeintrag für digiprodukte.ch.

Social Media-Richtlinien bauen auf der Social Media-Strategie und den damit verbundenen Zielen des Unternehmens auf. Die Richtlinien sollten definieren, welche Ziele damit verfolgt werden, in welchen Kanälen welche Inhalte kommuniziert werden sollen bzw. dürfen und welche Zielgruppen adressiert werden. Der Ratgeber des Branchenverbands BITKOM nennt unter anderem folgende Elemente für gute Social-Media-Guidelines:
  • Abgrenzung zwischen beruflicher und privater Nutzung
  • Kenntlichmachung einer privaten Meinung
  • Einhaltung gesetzlicher Vorgaben
  • Kontinuität und Kapazität
  • Monitoring.
Zu den BITKOM-Empfehlungen zu Social Media Guidelines.

13.1.12

Hörtipp: "Eine Nacht mit Teddy Schmacht"

Pressesprecher von Paulaner war der Geisteswissenschaftler Christoph Bohning jahrelang, nachdem er den Lehrgang Pressearbeit online an der Journalistenakademie absolviert hatte. Wie die Süddeutsche Zeitung am 13. Januar 2012 ausführlich berichtet (der Text ist leider nicht online), macht er nun seinen Nebenerwerb zum Hauptberuf: Als Teddy Schmacht begeistert er bereits seit dem Studium zusammen mit seiner Band das Publikum zwischen Karlsruhe und Essen. Die Kunstfigur "Teddy Schmacht" entstand ursprünglich als Studenten-Ulk. Der Spagat zwischen Schlager und Parodie gelingt der Band bis heute so gut, dass sie längst eine große Fan-Gemeinde hat. Einige Kostproben von Teddy Schmacht und Band kann man hier anhören.
Zur Facebook-Fanpage von Teddy Schmacht
Teddy Schmacht: Strangers in the Night (Youtube)

...und hier unser persönlicher Tipp: Der mitreißende, ansonsten sanft ironische Song ("Dein Busen bebt, Dein Herz das lacht...") Eine Nacht mit Teddy Schmacht (Audio-File, der 2. Song in der Liste)

11.1.12

TV und Handy: Immer mehr nutzen Second Screen

Trendthema Second Screen: Immer mehr Untersuchungen zeigen, dass Nutzer gleichzeitig zum Fernsehkonsum im Netz sind und sich parallel dazu über Social Media darüber austauschen. Die ARD-ZDF-Medienforscher belegen die kontinuierliche Zunahme dieser parallelen Nutzung. Jeder zweite Fernsehzuschauer zwischen 14 und 49 Jahren surft parallel zum Fernsehen im Internet. Das zeigt etwa das DigitalBarometer von IP Deutschland, TNS Emnid und der Fachzeitschrift W&V. Auch eine aktuelle Fernsehserie beim ORF beschäftigt sich mit dem „Second Screen“.

Aber nur 16 Prozent der TV-Zuschauer machen dies "oft" oder "sehr häufig". Überrepräsentiert sind jüngere TV-Zuschauer und Männer. Die parallele Internetnutzung hat oft einen direkten Bezug zum Programm, fasst Frank Giersberg zusammen.

Problem für Werbetreibende: Während der Werbepause wird fast nicht mehr auf den Fernseher gesehen, sondern auf das Handy oder den Laptop. Lediglich 25 Prozent der Zuschauer erinnern sich später noch an einen TV-Werbespot. Eine Lösung erhoffen sich die TV-Sender, die von Werbeeinnahmen leben, von Second-Screen-Networks. Dabei können Werbebanner mit der Werbung im TV synchronisiert werden. Wenn der Nutzer während der Werbepause im Netz surft, sieht er die gleiche Werbebotschaft, beschreibt die Gugel-Kolumne bei der HTW Berlin.

In der deutschsprachigen Wikipedia gibt es noch gar keinen Eintrag zum Thema, daher hier der Verweis auf die englische Wikipedia.