2.7.10

Filmfest: Bericht vom Animation Meeting


















Zum Animation Meeting im Rahmen des Filmfests München lud der Mediencampus Bayern ein, bei dem die Journalistenakademie Mitglied ist. Gisela Goblirsch berichtet vom Animation Meeting.

Das Wort Animation beinhaltet Seele. Und deshalb hat Film-Produzent und Animations-Experte Stephan Schesch ein Experiment gewagt. Sein Film „Der Mondmann“ nach einem Buch von Tomi Ungerer wurde erst gezeichnet, als die Synchronisation schon eingespielt war. „Erst die Stimme – dann der Film“. Das hat zunächst bei den Synchronsprechern Irritationen ausgelöst, aber das, was daraus entstand überzeugt. Es überzeugt ebenso, wie die „uralte“ Zeichentechnik. Nix 3D! Keine Effekte, die einem den Kinosessel unter dem Allerwertesten wegbustern. Die Präsentation war denn auch nicht geschleckt, nicht fertig, sondern changierte zwischen ausgestalteten Szenen und groben Zeichenentwürfen. Aber – mein Gott – war sie gut! Zu Tomi Ungerers 80. Geburtstag soll die Produktion in die Kinos kommen.

Die übrigen Aktivisten der optischen Verführung prunkten mit neuester Technik und grandiosen Effekten. Animation aus Bayern könnte man das AnimationMeeting betiteln, denn tatsächlich entstanden alle gezeigten Produktionen im Voralpenland.

Animation, Trickfilm und Visual Effects sind heute die Realität von morgen. Längst ist die Technik für Regisseur Reinhard Klooss und Holger Tappe von Constantin Film zum getreuen Diener der Vorstellungskraft geworden. In 3D spielt der Zuschauer mitten in der „Konferenz der Tiere“ mit. Dadurch wird ein Erleben geschaffen, das es schwer macht zwischen Wirklichkeit und Fiktion zu unterscheiden. Die Story bekommt eine fast magische Realität. Zum Glück sind da noch die grauenhaft unbequemen 3D-Brillen, die noch einen Rest reales Leben im Kinogänger einschließen.

Solche Filme sind Kunst – keine Frage. Aber was ist dann die Werbung? In der Werbung gehört die Animation schon so selbstverständlich dazu, dass sie leider nicht mehr unter dem künstlerischen Aspekt wahrgenommen wird. Und doch ist gerade Werbung Kunst – was das “ Making-of“ des Commercials “Black Forest“ beweist. Filmaufnahmen in Neuseeland und eine Animationstechnik, die den Schwarzwald auferstehen lässt. Gespenstisch! Nicht minder beeindruckend war die Vorstellung des Sender-Relaunches von Sport 1 – inklusive des gesamten Brand-Konzeptes.

Dass ein solches Event im Rahmen des FILMFEST MÜNCHEN kostenlos angeboten wird ist ein fantastischer Beweis dafür, dass Bayern eben doch filmaffin ist. Dank der Filmförderung im Freistaat und den EU-Mitteln kommt doch immer wieder Bemerkenswertes auf die Leinwand.

Gisela Goblirsch

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