29.11.11

Corporate Publishing: Content zählt


Corporate Publishing (CP) wirkt am besten, wenn journalistische Inhalte den Content bestimmen. Zu diesem Ergebnis kommt das CP-Barometer 05/2011. Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen und Dienstleister attestieren Corporate Publishing ein großes Potenzial zur Vertriebsunterstützung, sowohl für Konsumenten als auch für Geschäftskunden. 75 Prozent aller Befragten sind davon überzeugt, dass journalistische Inhalte ein wirksamer Verkauftreiber sind. Die Ergebniss der Studie (PDF)

28.11.11

In eigener Sache: Was schenkt man Journalisten?

Was schenkt man einer Journalistin, einem Pressereferenten zu Weihnachten? Die Journalistische Praxis empfiehlt: Schenken Sie ein Buch aus der Gelben Reihe.

Neu erschienen ist Pressearbeit praktisch von Peter Lokk und Gabriele Hooffacker. In der völlig neu bearbeiteten 3. Auflage 2010 herausgekommen ist Online-Journalismus von Gabriele Hooffacker. Den Klassiker Einführung in den praktischen Journalismus gibt es in der letzten von Walther von La Roche (1936-2010) selbst bearbeiteten 18. Auflage.

2011 erschienen zudem Neuauflagen der Klassiker Fernseh-Journalismus und Frei sprechen.

Die Bücher kosten zwischen 17,95 und 23 Euro und werden versandkostenfrei ausgeliefert. Alumni und Alumnae der Journalistenakademie erhalten 20 Prozent Rabatt. Hier können Sie im Shop stöbern.

26.11.11

Wie Onlinejournalisten Geschichten erzählen

Neue Online-Plattformen stellen Journalisten interessante Werkzeuge für den Online-Journalismus zur Verfügung. Die Studierenden an der Leipzig School of Media, journalistische Profis, die den berufsbegleitenden Studiengang New Media Journalism absolvieren, haben rund ein Dutzend solcher Tools getestet und kurz beschrieben.

Darunter sind journalistische Tools zum Geschichtenerzählen wie Storify für die Erweiterung des klassischen Online-Beitrags um Social-Media- und Crossmedia-Elemente, der Public Data Explorer für die Visualisierung von Statistiken oder Dipity für die multimediale Zeitleiste. Getestet und vorgestellt werden aber auch bekannte Plattformen wie Aka-aki oder Anwendungen der Augmented Reality wie Barcoo, Cyclopedia für das iPhone oder Wikitude für Android-Smartphones.

Thema der Lehrveranstaltung am 18. November mit Gabriele Hooffacker waren die journalistischen Kernkompetenzen im New Media Journalism. Heiß diskutiert wurde die Frage, ob das vielbeschworene Kuratieren nicht zu den Kernkompetenzen des klassischen Journalismus zähle. Zum gesamten Blog zur Lehrveranstaltung

25.11.11

Wie leben und arbeiten Journalisten heute?


Was verdienen Journalistinnen und Journalisten? Was verdient man mit Pressearbeit? Wie läuft der Berufseinstieg in journalistische Berufe? Immer mehr Menschen arbeiten in journalistischen Berufen: Von mehr als 160.000 geht das Statistische Bundesamt aus. Das ist eine Zunahme um 23 Prozent in den vergangenen zehn Jahren. Wie leben sie, wo arbeiten sie? In einem aufwändig recherchierten Beitrag für "M - Menschen machen Medien", die Medienzeitschrift von dju und verdi, bin ich dieser Frage nachgegangen. Betroffene berichten von den Extremen, die man im Journalistenberuf erlebt, und geben Tipps für Umbruchssituationen. Denn die staatlichen Hilfen werden weniger.

Von der Leyen spart bei Weiterbildung und Gründungszuschuss
Fachliche Weiterbildung und Zuschüsse zur Existenzgründung haben vielen Journalisten geholfen. Doch das Sparpaket der Bundesregierung geht bei seinen Berechnungen davon aus, dass der Konjunkturaufschwung von Beginn des Jahres 2011 sich weiter fortsetzt. Daher soll weiter gespart werden: Die Bundesagentur für Arbeit und der Bund müssen in der Arbeitsförderung von 2011 bis 2014 insgesamt 16 Milliarden Euro einsparen. Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und der Existenzgründungszuschuss werden stark eingeschränkt. Bei der Weiterbildung wurden bisher mehr als 50 Prozent eingespart.

Kürzlich hat das Institut für Arbeitsmarktforschung (IAB) eine Studie vorgelegt, in der die Förderinstrumente evaluiert werden. Ein Ergebnis: Berufliche Weiterbildung wirkt, wenn auch oft zeitverzögert. Wenig wirksam hingegen sind die Vermittlung durch private Dritte, ABM und Beschäftigungszuschüsse. Sehr erfolgreich sind Instrumente wie die Gründungsförderung, der Eingliederungszuschuss sowie betriebliche Trainingsmaßnahmen. Experten wie Andreas Lutz von gruendungszuschuss.de wundern sich daher, dass gerade die erfolgreichen Instrumente gekürzt werden sollen.

Zum gesamten Beitrag (ca. 12.000 Zeichen) bei verdi

Bundestag beschließt Einsparungen bei Arbeitsmarktpolitik

Gegen die Stimmen von SPD, Grünen und Linken hat der Bundestag am 24. November in zweiter Lesung den Sozialetat des Bundeshaushalts 2012 verabschiedet. Er sieht Ausgaben von 126,5 Milliarden Euro vor, das sind 4,8 Milliarden weniger als 2011. Damit wird ein weiterer Teil des Sparpakets der schwarz-gelben Bundesregierung umgesetzt.

Die SPD hatte der schwarz-gelben Koalition vorgeworfen, mit ihrer Sparpolitik einen "Kahlschlag" im Bereich der Arbeitsmarkt zu betreiben. Einsparungen im Ressort Arbeit und Soziales seien nur in den gesetzlich nicht gebundenen Ausgaben möglich und träfen deshalb vor allem die aktive Arbeitsmarktpolitik, sagte die SPD-Abgeordnete Bettina Hagedorn am Donnerstag in der Haushaltsdebatte des Bundestages. Die Arbeitsämter hätten keine Chance mehr auf eine sinnvolle Vermittlung, "weil sie die Eingliederungshilfen ausquetschen wie eine Zitrone", sagte sie. Der Haushalt von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen sei ein schlechter Etat.

Die Vorsitzende der Linken, Gesine Lotzsch, sagte, der Sozialetat sei “ungerecht, unsolidarisch und christlich ist er schon gar nicht.” Die Koalition spare bei den Gruppen, die es am härtesten treffe.
Brigitte Pothmer von den Grünen sprach von einem “Dokument der Schieflage”. Der Etat von der Leyens sei der einzige Einzeletat, der gegenüber 2011 sinke. Sie forderte die CDU-Politikerin auf, ein Gesetz für einen Mindestlohn vorzulegen. Im Bundestag konne sie mit einer deutlichen Mehrheit rechnen.

Die Arbeitsministerin sagte zur Kritik der Opposition, sie setze darauf, die Menschen wieder im ersten Arbeitsmarkt unterzubringen. Die Opposition wolle dagegen den öffentlich geförderten Arbeitsmarkt und “teure Warteschleifen”. Diese Zeit sei vorbei. “Wir haben den Instrumentenkasten aufgeräumt”, sagte von der Leyen.

24.11.11

66 Prozent mehr Stellen bei NGOs

Die Chance, bei deutschen Nichtregierungsorganisationen (NROs) und bei Institutionen im Non-Profit-Bereich einen Job zu finden, ist heute besser als noch vor Jahren: Knapp 22.600 Stellenangebote schrieben die Organisationen in den letzten fünf Jahren aus. Dabei waren es im Jahr 2010 rund 66 Prozent mehr Stellen als noch im Jahr 2006. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die die Informationsdienste arbeitsmarkt in ihrer aktuellen Ausgabe zum Schwerpunktthema „Jobs in NGOs“ vorstellen. Die Informationsdienste werden vom Wissenschaftsladen Bonn herausgegeben.

Vor allem Geisteswissenschaftler haben bei NROs und bei den Non-Profit-Organisationen gute Karten: Bei drei von vier Offerten, das zeigt die Analyse der Stellenangebote, suchen die Organisationen Mitarbeiter mit entsprechendem Studienabschluss (77 Prozent).

Zur Pressemitteilung des Wissenschaftsladens
Zur ausführlichen Studie (PDF)

23.11.11

Gründungszuschuss wird voraussichtlich gekürzt - Update

Udate 25. November: Die Änderungen am Gründungszuschuss sind so gut wie beschlossen. Das Gesetz wird nun aller Wahrscheinlichkeit Ende Dezember in Kraft treten.

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Hubertus Heil, kritisierte, zu wirklichen Änderungen sei die schwarz-gelbe Koalition nicht bereit gewesen. Das Gesetz diene allein dem Ziel, die massiven Kürzungen in der Arbeitsmarktpolitik durchzusetzen. Im Vermittlungsausschuss seien gegen die Stimmen der SPD nur ein paar geringfügige Änderungen beschlossen worden. "Die schwarz-gelbe Koalition zieht damit den Kahlschlag in der Arbeitsmarktpolitik durch", so Heil. Die Bundesregierung hatte die Reform mit der Notwendigkeit begründet, Förderprogramme effektiver zu machen und dadurch Geld einzusparen.

Nach einigem Hin und Her im Bundesrat ist das „Lex von der Leyen“ so gut wie beschlossene Sache. Nun heißt es Gas geben für alle, die den Zuschuss in alter Form in Anspruch nehmen möchten.
Zum vollständigen Artikel auf www.foerderland.de

Update 23. November: Der Vermittlungsausschuss hat die Beratungen am 22. November ohne Ergebnis vertagt. Bei der Arbeitsmarktreform verlangen die Länder, den Gründungszuschuss für Arbeitslose, die sich selbstständig machen wollen, in der jetzigen Form zu erhalten. Ihre Zustimmung ist jedoch nicht notwendig: Das von Ursula von der Leyen initiierte Spargesetz kann auch so verabschiedet werden.

Die Gründungsförderung von Menschen, die Arbeitslosengeld I beziehen, soll ihnen einen erfolgreichen Übergang in die Selbstständigkeit ermöglichen oder erleichtern.

Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg hatte rechtzeitig einen ausführlichen Bericht über den Erfolg des Gründungszuschusses vorgeleigt. Für eine Implementationsstudie des Förderinstruments wurden Fach- und Führungskräfte der Arbeitsverwaltung nach ihren Erfahrungen mit dem Gründungszuschuss befragt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Arbeitsverwaltung beurteilten den Gründungszuschuss positiv.

Auch das Netzwerk Weiterbildung von Verdi plädierte für mehr Förderung der beruflichen Weiterbildung sowie für den Gründungszuschuss. Auf der Seite Foerderung der beruflichen Weiterbildung findet man eine Zusammenfassung der Stellungnahme von Prof. Dr. Matthias Knuth. Dort gibt es auch einen Link zur vollständigen Bundestagsdrucksache der Anhörung im Ausschuss.
Zur Studie (kostenloser Download, PDF) und weiteren Materialien des IAB dazu

16.11.11

Das war "Mehr E-Demokratie wagen"

Der Veranstalter des Fachtags, das Grimme-Institut, kann sich freuen. „Mehr E-Demokratie wagen“, das sah man überall im Saal: Fast alle hatten irgendein mobiles Kommunikationsgerät dabei. Es wurde fotografiert, per Notebook, Tablet oder Smartphone untereinander kommuniziert. Für die Referenten war das manchmal irritierend – alles schweigt und tippt – ein Glück, dass nicht auch noch im Hintergrund die Twitterwall zum Hashtag #edemok eingeblendet wurde. Aber in meinem Abschluss-Statement soll sie nicht fehlen.

"Regieren Sie einfach mit"
Moderatorin Ulrike Langer zitierte eingangs ein Flugblatt der Piraten in Berlin: “Regieren Sie doch einfach mit”. Das Konzept der liquid democracy ist in Nordafrika nicht erwünscht. Und hier? Es sei doch, so Ulrike Langer immer nur ein kleiner Teil, der sich beteilige.
Gegenfrage von Jens Best (der nicht anwesend war) auf Twitter: Wie repräsentativ waren die, die die alten analogen Partizipationswege genutzt haben?
In der Podiumsdiskussion am Nachmittag wettete Max Ruppert (TU Dortmund) mit dem Publikum: „Die zweite Fragen werden weniger als fünf Personen mit „ja“ beantworten. Zuerst fragte er: "Wer nutzt Wikipedia?" Alle Hände gingen hoch. „Und wer hat schon mal einen Artikel bei Wikipedia editiert?“ Das waren zwar mehr als fünf, aber deutlich weniger als zuvor, und Ruppert musste eine Runde Wasser ausgeben. Doch es zeigte klar: Aktiv ist meist eine Minderheit.

Bei der Diskussionsrunde am Vormittag fragte Ulrike Langer weiter: „E-Democracy ist eine gute Sache. Aber doch nur für die, die sich im Internet auskennen?" Christoph Bieber sah keinen digital divide, sondern eine rasche Aufholjagd. Die Gruppe derjenigen, die nicht teilnehmen, werde immer kleiner. Doch die reine Technik genüge nicht. Das kommentierte ein Zwischenruf von Jürgen Ertelt (hier im Saal, auf Twitter): "@drbieber: Zugang reicht nicht, Begleitung zur Kompetenz ist untrennbar notwendig!"

Immer die gleichen?
Sind es nicht doch immer die gleichen, die partizipieren? Stoßseufzer der grünen Politikerin Tabea Rößner (MdB): „Die Hälfte derjenigen, die mir auf Abgeordneten-Watch schreibt, kommt aus Mainz und kennt mich persönlich...“
Dass der direkte Dialog förderlich sei, finden unter der Überschrift „e-democracy“ eigentlich alle auf dem Podium. Tobias Bürger schreibt etwas entnervt auf twitter: „Face to face, direkten dialog, bürgergesprache, diskussionsforen, ... to be continued...“ Zum Glück fordert anschließend in der Podiumsdiskussion die Journalistin Bettina Hammer, bekannt als Twister: „Schluss mit den Worthülsen!“
Ingmar Hagemann von campact wies darauf hin, dass man die Online-Diskussionen hinaustragen müsse in die politischen Veranstaltungen, Bundestag, Parteitage etc.

Die politische Teilhabe per Mausklick, fragte Ulrike Langer, ist das die Verflachung, von der Frank Schirrmacher schreibt? Der Politikwissenschaftler Thomas Zittel stieß mit seiner Antwort auf heftigen Widerspruch. Er sagte: „Die Beteiligungsforschung hat herausgefunden, dass Politik für viele Menschen viel weniger wichtig ist, als wir „Polit-Junkies“ denken. Iris Witt ärgerte sich via Twitter über Thomas Zittel und seine Aussage: es gebe nur eine kleine Gruppe politisch interessierter Menschen, und dieses sei in Stein gemeißelt.
Twister widerspricht in der Diskussion Thomas Zittel direkt. Sie sagt: Es gibt keinen Menschen, der nicht täglich mit den Auswirkungen von Politik zu tun hat.

Wie sieht es mit der Rückkopplung aus?
In der Präsentation "Top down oder bottom up?" stellte Adrienne Fichtner politnetz.ch aus der Schweiz vor. Dort sind bei 8 Millionen Einwohnern mehr als die Hälfte bei Facebook. Hier bleiben die Milieus eher unter sich, es findet kaum Dialog mit „neuen“ Wählerinnen statt. Anders bei politnetz.ch: Über die Medienpartner, z. B. „20 Minuten“, eine Gratiszeitung und Online-Plattform, wandern Aussagen der Politiker auch in die Presse.
Tobias Bürger fragt über Twitter: Mich würde da jetzt auch interessieren, ob die Politiker nach der Wahl auch auf ihre Aussagen überprüft werden können? Die Frage nach der Kontrolle, der Rückkopplung, wurde in der Diskussion zum ersten Podium aufgenommen. Thomas Zittel stellte fest: die Rückkopplung der kommunikation an die politik ist noch mangelhaft.
Uwe Kammann vom Grimme-Institut fragte in der Diskussionsrunde, ob nicht die passive Partizipation – mehr Information für alle – nicht auch wichtig sei?
Tobias Escher kommentierte via Twitter: Zittel's "Kommunizieren ist nicht Regieren" klingt nicht nur gut, sondern zeigt das Hauptproblem von eBeteiligung z.Z. auf.

Daniel Reichert stellte Liquid Democracy e.V. vor und fragte: Warum reichen die klassischen Methoden der direkten Demokratie nicht aus? Seine Antwort: Dort findet im Vorfeld kein breiter Diskussionsprozess statt. „Delegated Voting“ biete unterschiedliche Rollenmodelle der Partizipation. Das sei Realität, nicht irgendeine virtuelle Welt – beim Telefonieren glaube ja auch keiner, dass es sich um ein virtuelles Gespräch handele.
Der Satz fand nicht nur mehrfach ein Echo auf Twitter (durch Roland Schweins), auch Christoph Bieber nahm in der Diskussion den Diskurs auf Twitter auf: Ist das Internet wirklich so eine Parallellwelt? Ist es nicht Teil der Realität?

Die Zukunft: Datenjournalismus?
Zum Auftakt des 2. Teils stellte David Schraven, ursprünglich von den „Ruhr-Baronen“, das Upload-Portal bei „DerWesten“ vor. Das ist eigentlich eine Leak-Plattform. Darüber findet die Redaktion Themen und recherchiert dann dazu weiter. Umgekehrt veröffentlicht sie umfangreiche Dokumente und lässt die Leser selbst weiter recherchieren. Journalistische Beiträge erscheinen, die Behörden müssen reagieren… so wird die Redaktion dem demokratischen Auftrag gerecht. Allerdings, so Schraven, brauche man dazu Datenjournalisten, die Flash können und HTML5.

Das ging Christiane Eilders von der Heinrich-Heine-Universität nicht weit genug: Die Technik allein richtet’s nicht, Journalisten müssten auch hier Organisatoren, Kuratoren, und Wegweiser und Moderatoren sein, um ihrer gesellschaftlichen Aufgabe nachzukommen.
Auf Twitter kommentiert Tim Bartel: "Mir missfällt ein wenig die Sicht auf "die Internetnutzer" als "Amateure" in Gegenüberstellung zu den "Profis" aus Presse/Science".

Wie verändert das den Journalismus?
Alfons Pieper vom Wir-in-Nrw-Blog beschrieb, wie die Lokaljournalisten in seinem Blog arbeiteten – ganz journalistisch, aber wirtschaftlich unabhängig.
Tim Bartel, auch bekannt als „Avatar“ vom Guttenplagwiki, fasste die Aussage von Kai Biermann (Zeit.de), auch bekannt als „bedenkentraeger“, zusammen (auf Twitter natürlich): „Der @bedenkentraeger möchte Gatekeepingfaktoren des Journalismus und Fähigkeiten der Netzuser übers Netz verwuselt zusammenbringen“. Kommentar von Kai Biermann steht noch aus.

Eins steht fest: Ohne klassische Medien gäbe es vieles online nicht. Szene aus dem 1. Podium: Ulrike Langer stellt Christoph Biber vor mit den Worten „Einige kennen ihn vielleicht aus dem Fernsehen“. Bieber sagt: „Das kuckt doch keiner mehr!“ Langer: „Dochdoch. Sonst könnte man’s ja nicht twittern!“

Twitterfeeds und Metakommunikation
Die Dokumentation des Fachtags „Mehr E-Demokratie wagen“ wiederum war Thema auf Twitter: Jürgen Ertelt twittert, „Es gibt ein Ton- und Beamer-Problem (und schwaches WLAN). Das muss so nicht sein - bitte der Technik in der Orga wichtige Prio geben.“ Einer, der nicht dabei ist, Jens Best, mischt sich ein: „Was nervt ist ‚kein stream’ - Wer hat das denn zu verantworten?“
Nun, vielleicht ist es ganz gut, dass nicht auch noch gestreamt wurde. Denn dann hätte die Metakommunikation endgültig gewonnen.

Mehr E-Demokratie wagen: Auf der Tagung selbst hat es jedenfalls geklappt. Es gab fast keine Parallellwelten. Per Twitter diskutierten die Anwesenden mit Nicht-Anwesenden. Die Podiumsgäste nahmen auf, was bei Twitter gefragt (und kritisiert) wurde. Das Wagnis „Mehr E-Demokratie“ hat funktioniert. Willy Brandt hätte es sicher gefallen.

Zum Blog mit Live-Berichterstattung beim Grimme-Institut


Das NRW-Forum liegt direkt am Rhein (Foto: Gabriele Hooffacker)

10.11.11

Netzwerken: Jetzt auch auf Google+

Bei Google+ hat die Journalistenakademie jetzt eine eigene Seite. Sie ergänzt das Netzwerk der Journalistenakademie auf Facebook und bei Xing, wo die Journalistenakademie eine eigene Gruppe mit regelmäßigem Newsletter für die Alumni und Alumnae betreibt. Wer lieber Kürzeres liest, kann Gabriele Hooffacker auf Twitter folgen. Überall gibt es News, Tipps und Jobangebote, letztere auch im Forum unseres Intranets. Ausgewählte Jobbörsen für die Medienbranche hat die Journalistenakademie hier zusammengestellt.

4.11.11

Neuer Tarifvertrag für Zeitschriften: 1,5 Prozent mehr

Eine Gehaltserhöhung von 1,5 Prozent zum Januar 2012 und eine Einmalzahlung von 350 Euro, für Teilzeitbeschäftigte anteilig, für Volontäre 175 Euro: Das ist das Verhandlungsergebnis beim Tarifvertrag für die bundesweit rund 9.000 Beschäftigten in Zeitschriftenredaktionen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Deutsche Journalistenverband (DJV) haben es in zähen Verhandlungen mit dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) erzielt.

Dadurch konnten die Forderungen der Zeitschriftenverleger nach einem einschneidenden Tarifabbau bei Arbeitszeit, Jahresleistung und Altersversorgung abgewehrt werden. Der neue Gehaltstarifvertrag läuft bis zum 30. September 2013. Für den unveränderten Manteltarifvertrag und den Altersversorgungstarifvertrag wurde eine Mindestlaufzeit bis Ende 2013 vereinbart. Das Verhandlungsergebnis steht bis zum 30. November unter einem Erklärungsvorbehalt. (Quelle: verdi)

Sozialleistungen: Pfändungsschutz entfällt zum 1. Januar

Bisher waren Sozialleistungen auf dem Girokonto maximal für 14 Tage vor Pfändungen geschützt. Dieser Schutz fällt ab dem 1. Januar 2012 weg. Das betrifft insbesondere alle, die Grundsicherung für Arbeitsuchende (umgangssprachlich „Hartz IV“) oder Kinderzuschläge erhalten.

Die Bundesagentur für Arbeit rät, bestehende Konten schnellstmöglich in ein sogenanntes Pfändungsschutzkonto umzuwandeln. Dadurch wird ein Grundfreibetrag in Höhe von 1.028,89 Euro geschützt. Wenn auf ein Konto für mehrere Personen Leistungen aus der Grundsicherung überwiesen werden oder andere Transferleistungen eingehen, kann dieser Freibetrag auch etwas höher sein.

P-Konto beantragen
Wer sein Konto in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln möchte, muss bei seiner Bank einen Antrag stellen. Geht der Pfändungsschutz über den persönlichen Freibetrag hinaus, ist ein Nachweis erforderlich. Dieser Nachweis kann über eine Bescheinigung erfolgen. Entsprechende Bescheinigungen darf beispielsweise die Arbeiterwohlfahrt ausstellen, aber auch der Arbeitgeber, Familienkassen, Jobcenter, Steuer- oder Schuldnerberater.

Soweit es sich um Leistungen aus der Grundsicherung handelt, kann diese Bescheinigung beim zuständigen Jobcenter eingeholt werden. Werden Sozialleistungen nur einmalig erbracht, genügt zum Nachweis in der Regel der Bewilligungsbescheid. Für Bezieher von Kindergeld und Kinderzuschlag ist in der Regel der Bescheid der Familienkasse als Nachweis ausreichend.

Banken haben Einnahmequelle entdeckt
"Nach dem Gesetz hat jeder Kontoinhaber einen Anspruch darauf, dass die Bank sein Girokonto in ein P-Konto umwandelt, wenn es von Pfändung bedroht ist", sagt Andrea Metzing von der Awo in Peine. Zu einer Neueinrichtung eines Kontos sei die Bank nicht verpflichtet. Die Banken müssten aber ihre Kunden bis zum 30.November über die Gesetzesänderung informieren. Werde das Girokonto voraussichtlich erst nach dem Jahreswechsel gepfändet, könne es auch dann noch innerhalb von vier Wochen in ein P-Konto umgewandelt werden.

Die Banken haben die neuen P-Konten als Einnahmequelle entdeckt, urteilt die Awo. Sie bieten sie als teure Kontenmodelle an, obwohl nach dem Gesetz für das Führen und Bereithalten von P-Konten keine gesonderten Gebühren verlangt werden dürften. Teilweise lägen die monatlichen Kontoführungsgebühren bei 13 Euro.

Die Arbeitsagentur warnt: Wird das Konto nicht rechtzeitig in ein Pfändungsschutzkonto umgewandelt, besteht die Gefahr, dass zum Jahresanfang nicht über eingegangene Geldleistungen verfügt werden kann, wie zum Beispiel das Arbeitslosengeld II.

Quellen: Arbeitsagentur, 4.11.2011 und Peiner Nachrichten, 27. Oktober 2011

3.11.11

Mehr E-Demokratie wagen, 16.11.

Live-Blogging beim Grimme-Institut, Twitter-Wall

Mehr E-Demokratie wagen ist der Titel einer journalistischen Fachkonferenz, zu der das Grimme-Institut am 16. November 2011 ins NRW-Forum in Düsseldorf einlädt. Gelingt es der Politik, mit Hilfe neuer Kommunikationsangebote im Internet größere Transparenz herzustellen und mehr Mitbestimmung zu ermöglichen? Oder bedarf es neuer politischer Denk- und Handlungsmodelle, um die Online-Kommunikation auch für politische Beteiligung öffnen und neue Adressaten erreichen zu können? Mitwirkende in diesem Schwerpunkt sind unter anderem Christoph Bieber (Universität Duisburg, politik-digital), Adrienne Fichter (politnetz.ch), Ingmar Hagemann (Campact), Bettina Hammer (Netzaktivistin), Daniel Reichert (Adhocracy), Tabea Rößner (MdB, Bündnis 90/Die Grünen) und Thomas Zittel (Universität Frankfurt).

In einem zweiten Schwerpunkt wird sich die Fachkonferenz mit der Rolle von Journalisten für die demokratische Öffentlichkeit im Netz befassen: Wird journalistische Professionalität angesichts neuer, sich selbst organisierender Öffentlichkeiten überhaupt noch benötigt? Verstehen sich Journalisten als mögliche Vermittler zwischen Politik und Bürgern? Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang autonome Publikationsplattformen? Mit dabei sind unter anderem Kai Biermann (Zeit.de), Christiane Eilders (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf), Alfons Pieper ("Wir in NRW"), Max Ruppert (TU Dortmund) und David Schraven (WAZ Rechercheteam).

Gabriele Hooffacker (Journalistenakademie München) wird ein zusammenfassendes Abschluss-Statement halten.

Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung per E-Mail an online-award@grimme-institut.de,
zum Programm des Fachtags.

2.11.11

Unternehmenskommunikation: So funktioniert Storytelling

Storytelling wird in der Unternehmenskommunikation immer wichtiger. Zugleich hat sich die Art des Storytellings mit den digitalen Medien verändert: Der Weg von der mündlichen Weitergabe bis zum Erzählen der Geschichten mit Bildern, Tönen oder Videos wird als „Digital Storytelling" bezeichnet. Wie sich das Storytelling mit dem Web 2.0 verändert hat, beschreiben Janet Torres und Marlene Nagel im finden Sie im Blog Story to go (via com+). Zum Schluss gibt es einen Link zu online verfügbaren Storytelling-Tools.

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1.11.11

Neu: Handbuch "Pressearbeit praktisch"

Pressearbeit praktisch, das neue Buch von Gabriele Hooffacker und Peter Lokk, verbindet das aktuelle Wissen über Online-, Social-Media- und crossmediale Pressearbeit mit unseren Erfahrungen und unserem Wissen aus 30 Jahren Media Relations und Lehre des Fachs. Es ist soeben in der Reihe "Journalistische Praxis" beim Econ Verlag erschienen und kostet 23 Euro.

Zur Pressemitteilung
Inhaltsverzeichnis und Leseproben
Den Webauftritt zum Buch haben Studierende der Journalistenakademie gestaltet.