28.2.12

SZ-Zeitungszusteller bloggen: Gegen Kündigungen, für bessere Arbeitsbedingungen


Gegen Kündigungen und für bessere Arbeitsbedingungen schreiben die Zeitungszustellerinnen und -zusteller der "Süddeutschen" jetzt in einem Blog. Der gibt tiefe Einblicke in die Realität dieses eher geringfügig entlohnten Jobs. Blog lesen!

Hintergrund dazu auf den Verdi-Seiten

21.2.12

Zur Geschichte der KZ-Gedenkstätte Dachau


Ob es um die bauliche Gestalt der KZ-Gedenkstätte Dachau geht, die In- oder Exklusion bestimmter Orte, die Einbeziehung oder den Ausschluss von Opfergruppen oder
die Konzeption von Ausstellungen, Gedenkveranstaltungen und von pädagogischen Angeboten - dahinter steckt immer ein gesellschaftlicher Prozess, häufig eine politische Entscheidung. Irene Stuiber stellt bei der Vortragsveranstaltung am 28. Februar einige dieser Prozesse vor und freut sich auf eine angeregte Diskussion. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei.

Termin: Dienstag, 28.2.2012, 19-21 Uhr
Ort: Regionalbüro der Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern (Kurt-Eisner-Verein), Westendstr. 19, München
Weitere Informationen

17.2.12

Social Media notwendig für Redaktionen


"Wer als Redakteur zu uns will, muss in Social Media sattelfest sein", sagt Wolfgang Blau, Chefredakteur von Zeit Online. Das Web 2.0 hat die Redaktionen umgekrempelt. Freie Journalisten nutzen es zur Recherche ebenso wie zur eigenen Öffentlichkeitsarbeit. Thomas Mrazek von onlinejournalismus.de warnt allerdings: "Man darf dort nicht zu viel Zeit verdaddeln". Was Social Media im Journalismus bringen, beschreibt ein aktueller Beitrag auf goethe.de.

14.2.12

Wider die Entprofessionalisierung im Journalismus

Journalismus-Bashing ist angesagt. Genauer: Journalismuslehrer-Bashing. Der Onlinejournalismus kriegt auch sein Fett weg. Dabei könnte der Journalismus mit unter die Räder kommen.

Nach dem Shitstorm über Wolf Schneider und Paul Josef Raue hat Andreas Griess auf Carta.de das Thema allgemeiner gefasst: Lehrbücher im Journalismus seien generell zu meiden. Geschenkt: Aus einem Kochbuch lernt niemand kochen, aus einem Fahrlehrbuch lernt man nicht Auto fahren, aus einem Journalismuslehrbuch... Das wissen alle, die Journalismus lehren.

Es war ein Riesenfortschritt, als Walther von La Roche 1975 erstmals die Handwerksregeln des Journalismus in der Einführung in den praktischen Journalismus zu Papier brachte. Das Buch soll Abiturienten, die mehr über den Beruf wissen wollten, zur Orientierung dienen: Taugt das für mich? Tauge ich für den Journalismus?

Wie Walther von La Roche den Journalistenberuf beschrieb, trug wesentlich zur Professionalisierung des Berufsbilds bei. Inzwischen liegt das Buch in der 18. Auflage vor, es wird alle paar Jahre von Klaus Meier und mir ergänzt und aktualisiert. Die Hochschulausbildung im Journalismus steht im Vordergrund. Die Handwerksregeln, wie man Nachricht oder Kommentar schreibt, hat Walther von La Roche erweitert, die Medienspezifika von Presse, Radio, Fernsehen um den Onlinejournalismus und das crossmediale Handwerk erweitert.

La Roche selbst war im Journalismus zu Hause. Er lehrte Journalismus an Journalistenschulen und an der Universität Leipzig. Das war für ihn kein Widerspruch.

Praxis gegen Hochschulausbildung zu stellen, ist billig und falsch. Gute Journalistik-Studiengänge – als Beispiel sei Eichstätt genannt - verknüpfen wissenschaftliche Reflexion mit journalistischer Praxis. Weniger gute sparen sich eins davon – zum Schaden der Studierenden. Andreas Griess verteidigt dem gegenüber auf carta.de das Journalistik-Studium: „Eine Hochschule kann sehr wohl ein Ort für gute, praxisorientierte Journalismus-Ausbildung sein“.

Das Fachmagazin "Journalist" des Deutschen Journalistenverbands ist anderer Ansicht. Ein aktueller Beitrag im „Journalist“ 2/2012 trägt gerade den Onlinejournalismus zu Grabe. Ein Absolvent des verdienstvollen Studiengangs „Onlinejournalismus“ an der Hochschule Darmstadt schreibt, eigentlich brauche es solche speziellen Ausbildungen an Hochschulen gar nicht. Er zitiert einen Chefredakteur mit dem schönen Satz: "Das bringe ich jedem in einer Woche bei".

Dem Beitrag liegt ein Missverständnis zugrunde: Wenn man alles, was sich online abspielt, als Onlinejournalismus betitelt, lösen sich sowohl Onlinejournalismus als auch der Journalismus insgesamt in Luft auf.

Ein Satz wie "Das bringe ich jedem in einer Woche bei" freut die Medienkonzerne: Mies ausgebildete, schnell angelernte Onlinejournalisten eignen sich als schnelle Texteschubser, übernehmen vielleicht unhinterfragt Pressemitteilungen und sind überdies billige Arbeitskräfte. Wenn sie dabei noch gut sind: um so besser. Wer eine Journalistenschule absolviert hat, ist zwar ebenso schnell, liefert dabei auch noch Qualität, diskutiert über das Verhältnis von Journalismus und PR und ist dabei leider etwas teurer.

So einfach sollte man es der Arbeitgeberseite nicht machen. Die große Dame der Journalistenausbildung in Deutschland, Ulrike Kaiser, fordert konsequenterweise eine neue Debatte über Qualität in der Journalistenausbildung. Ich ergänze um die qualitätvolle Ausbildung im Onlinejournalismus.

Die unvorstellbar öde Debatte, ob Blogger wirklich Journalisten... überspringen wir an dieser Stelle. Aber nein: Die Mediatheken von ARD und ZDF sind keine Archive des Onlinejournalismus, sondern für klassischen Fernsehjournalismus. E-Papers und PDFs sind Printprodukte, die auf dem Vertriebsweg Internet zum Leser kommen. Eine Tagesschau-App hingegen ist Onlinejournalismus, wie er sein sollte: Die App nutzt alle Möglichkeiten des Mediums, medienspezifisch. Das erklärt ein wenig die Verbitterung, mit der sie bekämpft wird.

Welche Qualifikation brauchen Onlinejournalisten? 1. Eine journalistische natürlich, 2. eine medienspezifische zudem. Wer das bestreitet, leistet der Entprofessionalisierung im Onlinejournalismus Vorschub, und im Journalismus gleich mit.

Workshop: Von der Pressemitteilung zum PR-Konzept, 12.-14.3.


Wie formuliert man eine Pressemitteilung? Wie baut man einen funktionierenden Presseverteiler auf? Was kennzeichnet eine informative Pressekonferenz? Wie enwickelt man ein PR-Konzept? Gisela Goblirsch, Expertin für Krisen-PR und gelernte Journalistin, zeigt am 12.-14. März in der Journalistenakademie in München, wie's geht.

Teilnahmebeitrag für das dreitägige Seminar incl. Tagungsunterlagen und Erfrischungen: 349 Euro, Ermäßigungen für dju-, Verdi- DPV-, DFJV- und DPRG-Mitglieder. Mehr zum Seminar und Anmeldemöglichkeit

12.2.12

Zwischen Flurfunk und Intranet


Die interne Kommunikation von Firmen und Institutionen war Thema des 51. Münchner Mediengesprächs am 8. Februar 2012. Unter dem Titel „Öffentlichkeitsarbeit beginnt innen“ diskutierten Kirsten Böge vom Projekt LiMux der Stadt München, Stefan Geiselbrechtinger, Geschäftsführer der Medizinprodukte-Firma OPED und Gisela Goblirsch, Fachfrau für Krisen-PR.

„Öffentlichkeitsarbeit ist für viele die ‚schöne Fassade’“, eröffnete Gabriele Hooffacker die Podiumsdiskussion. Das sei ein gravierendes Missverständnis, so Gisela Goblirsch: „Nicht was ein Unternehmen nach außen trägt, kommt außen an, sondern was der Mitarbeiter nach außen trägt.“ Hier geht's zum Bericht von Christine Wawra zum 51. Mediengespräch

8.2.12

Online-PR entwickelt eigene Formate

Rund 72 Prozent der Pressetexte online sind durch Hyperlinks mit weiterführenden Informationen verlinkt. Das ergab eine Studie zur Online-PR von PR-Gateway. Sie untersuchte auf der Basis von über 20.000 Online-Pressemitteilungen, wie sich die Online-Pressemitteilung vom klassischen Meldungsformat unterscheidet.

Etwa 30 Prozent der Online-Pressemitteilungen wurden für Suchmaschinen optimiert. Hinzu kommt die Keyword-Optimierung: Bereits 23,2 Prozent der untersuchten Pressemitteilungen arbeiten damit.

Noch kein Trend: Video. In eine Online-Pressemitteilung kann neben einem Bild auch ein Video eingefügt werden. Von den untersuchten Pressemitteilungen verfügten 5,9 Prozent über ein Video.

Insgesamt wurden 20.164 Pressemitteilungen analysiert. 73,3 Prozent der untersuchten Online-Pressemitteilungen entsprechen demnach nicht mehr dem strengen Meldungsformat der klassischen Pressemitteilung. 63,3 Prozent und damit über die Hälfte der Pressemitteilungen sind in Form eines Fachbeitrags verfasst. Sie sind klar strukturiert und arbeiten onlinegerecht mit Zwischenüberschriften und Aufzählungen.

Die Inhalte der Online-Pressemitteilungen unterscheiden sich von der klassischen Pressemeldung. Meist stehen kundenorientierte Inhalte im Vordergrund. 12,9 Prozent der Pressemitteilungen enthalten Serviceinhalte wie Tipps und Ratschläge. Das Unternehmen tritt in diesen Pressemitteilungen stärker in den Hintergrund.

Die Studie ist kostenlos bei PR-Gateway erhältlich.

7.2.12

Weiterbildung: Weniger Förderung, weniger Teilnehmende


Während Unternehmensschulungen boomen, ist die Geschäftsentwicklung bei Angeboten, die allein durch Arbeitsagenturen finanziert werden, negativ. Das ergibt der "wbmonitor Klimawert" für 2011, den das Bundesinstitut für Berufsbildung und das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung jährlich erheben. Gemittelt für alle Anbieter ist der Wert gegenüber dem Vorjahr stabil.

Der demografische Wandel macht sich ebenfalls bemerkbar: In Regionen, in denen die Arbeitslosigkeit hoch ist und die Bevölkerung abnimmt, werden weniger Weiterbildungen besucht. Denn dort sind die beruflichen Aussichten weniger gut. Angebote speziell für ältere Arbeitnehmer gibt es insgesamt noch zu wenige.

Fazit: Ein Standort wie München, der stabiles Bevölkerungswachstum zeigt, bietet Teilnehmenden an beruflichen Weiterbildungen auch bessere beruflichen Möglichkeiten. Wer als Bildungsanbieter einen Mix unterschiedlich finanzierter Weiterbildungen im Portfolio hat, kann konjunkturelle Schwankungen am ehesten ausgleichen. So wie die Journalistenakademie, die ihre Lehrgänge und Seminare einerseits als Inhouse-Schulungen an Unternehmen und Redaktionen richtet, andererseits berufsbegleitende Weiterbildungen anbietet, die über Teilnahmebeiträge frei finanziert werden. Einen großen Anteil machen zudem nach wie vor Lehrgänge aus, die über den Bildungsgutschein (Arbeitsagenturen) gefördert werden können.

Die Ergebnisse des wbmonitor zum Themenschwerpunkt „Weiterbildungsanbieter im demografischen Wandel“ finden Sie kurzgefasst in dieser PDF-Datei. Den Fragebogen, die Grundauszählung der Erhebung sowie die einzelnen Abbildungen des Ergebnisberichts im PDF-Format können Sie hier abrufen.

6.2.12

Webprojekt: Brunnenbau macht Schule

Sauberes Wasser ist in der Demokratischen Republik Kongo ein Luxusgut. 72 Prozent der Landbevölkerung müssen verschmutztes oder sogar verseuchtes Wasser trinken. Die Folgen sind lebensbedrohliche Krankheiten und eine sehr hohe Kindersterblichkeit.

Das Ziel der Initiative Brunnenbau macht Schule ist, mehr Menschen im Kongo den Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen. Der Gründer Hartmut Heuser setzt auf das Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe: In mobilen Brunnenbauschulen erlernen Kongolesen die bewährte Handbohrmethode. Ohne großen technischen Aufwand bauen die Lehrlinge Brunnen dort, wo sie gebraucht werden. Aus Brunnenbauschülern werden langfristig selbstständige Kleinunternehmer, die mit weiteren Brunnen immer mehr Menschen mit sauberem Wasser versorgen. Eine Audio-Slideshow zeigt, wie.

Seit 2006 hat die Initiative Brunnenbau macht Schule mit 120.000 Euro Spendengeldern 300 Brunnen gebaut und somit 75.000 Menschen in drei Regionen den Zugang zu sauberem Wasser ermöglicht. 20 Euro versorgen einen Menschen dauerhaft mit sauberem Wasser.

Die Website zum Projekt Brunnenbau macht Schule stammt von den Studierenden der Lehrgänge Online-Journalismus und Pressearbeit online der Journalistenakademie.