1.7.13

Aktuell in der Akademie: Gisela Goblirsch über Krisenkommunikation

Wieso unterrichten Sie Krisenkommunikation?
Krisensituationen machen Menschen und auch ganze Unternehmen “sprachlos”. Persönliche Betroffenheit, Schuld oder gefühlte Angriffe vermischt mit der Angst um die Folgen führen in der Regel zu einem Verhalten, das in der Öffentlichkeit nicht verstanden und auch nicht toleriert wird. Die Folgen daraus sind für betroffene Menschen und Unternehmen oft katastrophal.
Überreaktionen auf beiden Seiten führen immer weiter in eine ausweglose Situation und am Ende zahlen Viele den Preis für Fehler Einzelner.
Hier kurativ einzugreifen, ist unsere Aufgabe. Kurativ heißt, wir wollen keine Niederschlagung, keinen Kampf, keine Schlacht führen, sondern eine Heilung herbeiführen. Eine Gesundung eines Unternehmens kann nur in Verbindung mit der Gesundung seiner Kunden erfolgen. Bleibt bei einem von beiden Seiten eine Wunde zurück, ist die Entzündung nur noch eine Frage der Zeit.
Den Studierenden diese Sicht der Dinge zu eröffnen und zu zeigen, dass Heilung nur erfolgen kann, wenn die Medizin vorher etwas bitter war, ist mein Antrieb für diesen Unterricht. Gleichzeitig will ich zeigen, dass es (fast) immer eine Heilung geben kann, auch wenn es zunächst nicht so aussieht.
Was genau unterrichten Sie?

Wie in jeder Sprache gibt es auch in der Krisenkommunikation einen “Wortschatz”, also das Wissen um die Zusammenhänge und Möglichkeiten in solchen Situationen. Und es gibt eine “Grammatik”, also eine standardisierte Abwicklung von Krisensituationen. Wie in jeder Grammatik, entsteht dadurch nicht etwa immer dasselbe, sondern es kann ein ganzes Universum an Chancen dadurch entwickelt werden.
Ich unterrichte den Wortschatz ebenso, wie die Grammatik. Doch es ist auch klar, dass niemand, der deutsche Worte kennt und die Zusammensetzung der Sätze, automatisch ein Goethe wird. Dazu gehört Freude an dieser Sprache und vielleicht auch die Freude an der Herausforderung.
Was können die Studierenden, wenn sie den Unterricht hinter sich haben?

Sie kennen die Zusammenhänge von Prävention und Krisenentwicklungen. Sie kennen auch die Abläufe innerhalb einer Kommunikationskrise. Ich hoffe, sie haben erkannt, dass eine Änderung einer kritischen Situation nicht erfolgt, wenn man sich weigert, grundsätzliche Veränderungen durchzuführen, wenn man also aus der Sache nicht lernen will. Und wenn ich ganz gut war,  dann haben sie das Vertrauen entwickelt, nach Lösungen zu suchen und eine Situation niemals einfach aufzugeben.

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