26.12.14

Neues Dossier: Revolution – aber bitte ohne Gewalt!


Zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Lehrgänge Online-Redakteur/in Crossmedia OC-01 und Pressereferent/in Crossmedia PC-01 an der Münchner Stiftung Journalistenakademie setzen sich in ihrem neuen Dossier zum Thema Revolution mit Umbrüchen im Leben von Menschen, in der Technik, im politischen Bereich und in der Gesellschaft auseinander. Sie präsentieren Reportagen, Glossen, Interviews und Kommentaren, die kleine und große Revolutionen zum Thema haben: Menschen lehnen sich gegen den Tod auf, fliehen vor Gewalt, erfinden Alltagsgegenstände neu und kämpfen für eine bessere Welt.

Die Startseite des neuen Dossiers Revolution der Journalistenakademie

Die Autorinnen und Autoren haben ihre Beiträge in den journalistischen Unterrichtseinheiten und der folgenden Dossierphase entwickelt. Alle Texte wurden sorgfältig gegengelesen. Fast alle Fotografien wurden extra für das Dossier Revolution aufgenommen und bearbeitet. Die nachfolgenden Fotos entstanden bei der feierlichen Präsentation der Beiträge in der Journalistenakademie. Auch das vielfältige Buffet hat die Projektgruppe selbst gezaubert. Die in diesem Blogeintrag zu sehenden Fotos hat Tobias Schulz aufgenommen. Die Autorinnen und Autoren freuen sich auf Feedback zu ihren Beiträgen!


Heike Huwald begrüsst die Gäste zur Präsentation des Dossiers

Michaela Wittlich stellt einen ihrer Beiträge vor

Das Moderatorenteam: Jessika Schneider, Heike Huwald, Gabriel Jezek

Das Buffet: Gleich geht es los

Prosecco zum Anstoßen

25.12.14

Prognosencheck 2014: Die Katastrophen blieben aus

Versinkende Pyramiden, ein kippendes Empire State Building und der zumindest teilweise Einsturz des Kolosseums in Rom gehörten für 2014 zu den Lieblingsprognosen des kanadischen Mediums Nikki Pezaro. Während diese ein besonderes Faible für die Zerstörung weltweit bekannter Gebäude hatte, blieben ihre Kollegen hierzulande mehr bei den klassischen Prognosethemen und sagten Katastrophen aller Art voraus. Die aktuelle Auswertung der Voraussagen von Hellsehern, Wahrsagern und Astrologen durch die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) zeigte auch für 2014 das gewohnte Bild: Auch Wahrsager, Astrologen und "Medien" verfügen nicht über gesicherte Informationen über die Zukunft.

Die Verse des Renaissance-Dichters Nostradamus wurden wieder einmal ausgedeutet, wenn auch zum Glück nicht zutreffend. Von „giftigem Schnee im Juli“, einer darauffolgenden Hungersnot und der Ermordung der „päpstlichen Familie“ raunt ein entsprechender Text in Allgeiers Astrologischem Jahrbuch. Gemäß einer einschlägigen Webseite sollte 2014 „unausweichlich der dritte Weltkrieg beginnen“. Glücklicherweise erwies sich die für den 1. Juni angedrohte zerstörerische Säurewolke aus dem All als seit Jahren durch das Internet geisterndes Hirngespinst, und die auf den 22. Februar terminierte Wikinger-Apokalypse „Ragnarök“ als Werbegag eines britischen Museums.

Was bringt 2015 an Prognosen?
„Einen wirklich aufsehenerregenden Prognosetreffer habe ich noch nie gefunden“, so der Mainzer Mathematiker Michael Kunkel, der seit Jahren diese Prognosen sammelt und auswertet. 2014 blieben die von esoterischen Prognostikern vorhergesagten Finanz- und Börsenkatastrophen aus - möglicherweise werden ja für 2015 weitere Crashs vorhergesagt. Laut der österreichischen Wahrsagerin Rosalinde Haller sollte der Euro 70-80% an Wert verlieren, der Schweizer Franken immerhin noch 30-40%. Ihre Kollegin Christiane Durer sah nach der Europawahl Enteignungsgesetze auf Deutschland und Österreich zukommen und die Astrologin Hildegard Leiding wollte in den Sternen wirtschaftliche Depression und Hyperinflation erkannt haben. Für Kunkel sind solche Prognosen schlicht lächerlich, und er fügt hinzu: „Ja, die Wirtschaftsweisen liegen auch fast jedes Jahr daneben, aber bei denen moniert man schon eine Abweichung von 0,5 Prozent beim Wirtschaftswachstum als katastrophale Fehlprognose. Dagegen haben die Astrologen und Hellseher nichts zu bieten.“

Für 2015 erwartet Kunkel die Voraussage der üblichen Katastrophen. Sogar eine aktuelle Weltuntergangsprognose für den kommenden September kennt er schon.
Zur kompletten Pressemitteilung bei der GWUP

15.12.14

Goldmedia Trendmonitor 2015: Was Youtube mit dem Fernsehen macht


Bewegung in der Welt des Bewegtbilds: Vor allem die jüngeren Zuschauer wandern Richtung Youtube ab. 2014 entfallen bereits 20 Prozent der gesamten Bewegtbildnutzung der 19- bis 29-Jährigen auf Onlinevideos und TV-Sendungen im Internet, so die Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie. Die deutschen Youtuber ApeCrime erzielen für ein neues Video oft über 500.000 Abrufe am Tag und eine Million in der Woche. Die Top Ten-Youtube-Kanäle aus Deutschland erreichten in der letzten Woche (KW 49, 2014) zusammen über 40 Millionen Views.

Die Top Ten-Angebote der ARD hingegen erreichen zusammen im Oktober 2014 gerade vier Millionen Abrufe, bei ProSieben rund 3,5 Millionen. Gemessen wurden die Videoabrufe von der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) in Zusammenarbeit mit Nielsen.

Im kommenden Jahr verstärken die privaten TV-Sender ihre Online-Aktivitäten. Mit Studio71 will die ProSiebenSat.1-Gruppe YouTube für sich nutzbar machen., Mediakraft schafft bereits 420 Millionen Abrufe im Monat mit einer Wachstumsrate von zehn Prozent. RTL hat vorerst auf eigene Entwicklungen verzichtet und engagiert sich mit 26 Millionen Euro an dem kanadischen Multi-Channel Network BroadbandTV.

Treiber des Wachstums sind vor allem die Multichannel-Networks – sogenannte MCNs, deren Bedeutung als Produzenten, Distributoren und Vermarkter von Videoinhalten über digitale Plattformen im kommenden Jahr weiter steigen wird. Multichannel-Networks werden für Filmstudios und TV-Sender als Produzenten, Aggregatoren und Vermarkter von Content zu starken Konkurrenten, weil sie ihren Kompetenzvorsprung in einem neuen und kräftig wachsenden Bereich schnell und systematisch ausbauen. Damit stehen die MCNs in der Tradition der Filmstudios und TV-Netzwerke, die seinerzeit auch in Reaktion auf die Entwicklung neuer Distributionswege entstanden sind.

Parallele zur Filmgeschichte Die US-amerikanischen Filmstudios waren anfangs Independents, die sich vor allem durch neue filmische Erzählformen und Innovationen gegen die bis 1917 von Edison, Pathe und Kodak beherrschte Motion Picture Patent Company (MPPA) durchsetzen konnten. Später zu erfolgreichen Major-Studios gewachsen, mussten sie selbst auf neuen Wettbewerb reagieren: die Entwicklung des Fernsehens. Eigene TV-Produktionsgesellschaften wurden gegründet und schließlich auch weltweit eigene TV-Sender. Damit konnte man vor allem die Kompetenz in der Content-Produktion erweitern und die Marktposition in der Distribution ausbauen.

2011 gründete Youtube die Audience Development Group zur Bündelung und gemeinsame Vermarktung von Youtube-Kanälen. Das war die Geburtsstunde der MCNs. Sie etablierten neue Content-Angebote und Geschäftsmodelle. In der Tradition der Major-Studios könnten sie damit eine ganz neue Ära des TV- und VoD-Marktes einläuten: die Major-Studios 3.0.

Die MCNs unterstützen nicht nur die Content-Produzenten und steigern deren Reichweite signifikant, sondern sie bündeln einzelne Amateur-Kanäle zu berechenbaren Werbeumfeldern. Damit tragen sie wesentlich zur Entwicklung dieser Content-Gattung bei. Youtube ist der Gatekeeper dieses Trends.

Quellen: Marcus Hochhaus, Florian Kerkau, Tim Prien von der Goldmedia Research GmbH im Goldmedia-Blog (Zusammenfassung)

Die Beratungsgruppe Goldmedia (www.goldmedia.com) veröffentlicht alljährlich Analysten-Kommentare und Thesen zu Trends des kommenden Jahres in Deutschland. Der Trendmonitor 2015 gibt einen Ausblick auf ausgewählte Entwicklungen in den Bereichen Medien, Telekommunikation, Entertainment und Internet.

Der Goldmedia-Trendmonitor zum Download.

11.12.14

JIM-Studie: Jugendliche glauben Tageszeitung mehr als Internet

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest hat im Dezember die JIM-Studie 2014 (Jugend, Information, (Multi-) Media) in Mannheim vorgestellt. Darin wurde auch das Image verschiedener Mediengattungen hinsichtlich der Vertrauenswürdigkeit und Glaubwürdigkeit untersucht. Ergebnis: Die Tageszeitung ist für Jugendliche auch im Zeitalter der Digitalisierung die glaubwürdigste Mediengattung.

Dazu wurden die Jugendlichen gefragt, welchen Medien sie im Falle einer widersprüchlichen Berichterstattung am ehesten Glauben schenken würden – dem Radio, dem Fernsehen, dem Internet oder der Tageszeitung? In diesem Szenario vertrauen 40 Prozent der befragten Zwölf- bis 19-Jährigen der Berichterstattung der Tageszeitungen, gut ein Viertel entscheidet sich für das Fernsehen (26 %). Radiomeldungen sind für 17 Prozent am vertrauenswürdigsten, während der Internetberichterstattung mit 14 Prozent am wenigsten Vertrauen entgegengebracht wird. Und dies, obwohl die Tageszeitung von deutlich weniger Jugendlichen regelmäßig genutzt wird (32 %) als Radio (73 %), Fernsehen (83 %) oder Internet (94 %).

Diejenigen, die das Internet für das glaubwürdigste Informationsmedium halten, nennen als vertrauenswürdigste Internetseite mit jeweils 16 Prozent Spiegel Online und Google. An zweiter Stelle steht Wikipedia (15 %), danach folgen Facebook sowie diverse E-Mail-Provider mit jeweils elf Prozent. Neun Prozent nennen YouTube als vertrauenswürdigstes Internetangebot, acht Prozent vertrauen auf den Online-Auftritt überregionaler Zeitungen wie der Süddeutschen Zeitung, der FAZ oder der ZEIT.

Die Frage nach der Glaubwürdigkeit verschiedener Medien greift die JIM-Studie seit 2005 in unregelmäßigen Abständen immer wieder auf. Die Ergebnisse zeigen, dass Jugendliche trotz extremer Digitalisierung des Alltags in dieser Frage sehr konservativ urteilen. Sowohl Tageszeitung (2005: 42 %), Fernsehen (2005: 28 %) als auch Internet (2005: 16 %) weisen in den letzten neun Jahren relativ konstante Werte hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit auf, nur das Radio (2005: 10 %) hat sieben Prozentpunkte dazu gewonnen.

Zur vollständigen Pressemitteilung und zum Download der JIM-Studie

9.12.14

Läuft nicht: Bautzner Senf auf Nürnberger Bratwürstchen

Ein skurriler Streit unterhält in der Vorweihnachtszeit Sachsen, Franken und auch Bayern. Unter dem Motto "So geht sächsisch" lässt die Sächsische Staatskanzlei derzeit eine Werbeagentur eine bundesweite Sympathie-Offensive durchführen. Die beauftragte Agentur hielt es für eine gute Idee, auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt kostenlos Nürnberger Bratwürste mit Bautzner Senf zu verteilen (der aus unerfindlichen Gründen mit einem sächsischen Apostroph geschrieben werden soll: Bautz'ner Senf).

Die Agentur hatte nicht mit der Nürnberger Seele gerechnet, sind doch die Bratwürstla markengeschützt und identitätsstiftend. So verfügte das Nürnberger Ordnungsamt, dass ein kostenloses Verteilen auf dem weltberühmten Mark der Marktsatzung widerspreche, denn das nehme ja den alteingesessenen Bratwurstständen und -gaststätten die Kunden weg. Als Alternative wurde den Sachsen der Nürnberger Aufseßplatz angeboten - ohne Dekoration ein denkbar düsterer Ort südlich des Bahnhofs, weitab vom Christkindlesmarkt.

Am Nikolaustag auf dem Aufseßplatz: weit und breit keine Sachsen. Dafür freuten sich in der niederbayerischen Gemeinde Tann die Anwohner über Bratwürste mit Senf im winzigen Ortsteil Nürnberg. Die mittelfränkischen Nürnberger hatten keine Wahl, sie mussten einheimische Bratwürstchen essen. Merke: 1. Niederbayern sind tolerant. 2. Den findigen Sachsen fällt immer eine Lösung ein.

Medienbericht: Nürnberger Nachrichten, Weder Wurst noch Senf
Pressemitteilung: Adventsaktion sorgt für Wirbel

Foto: Drei in am Weggla, gemeinfreies Foto von Wikipedia

7.12.14

Auf dem Neuhauser Weihnachtsmarkt

Auf dem Rotkreuzplatz, in zehn Minuten Laufweite von der Journalistenakademie, hat der Neuhauser Weihnachtsmarkt seine Pforten geöffnet. Wenn es dunkel wird in München, ist es dort am schönsten.

Fotos: Peter Lokk

6.12.14

Deutscher Menschenrechts-Filmpreis in Nürnberg vergeben

In Nürnberg wurde zum neunten Mal der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis verliehen. 416 Filme – mehr als jemals zuvor – hatten den drei Fachjurys in den Kategorien Langfilm, Kurzfilm, Magazinbeitrag, (Film-)Hochschule und Amateure zur Sichtung und Bewertung vorgelegen. Zudem wurde aus allen Einreichungen ein Bildungspreis ermittelt. In der Nürnberger Tafelhalle wurden am Samstag die sechs Preisträger geehrt. Alle Preisträger des Menschenrechts-Filmpreises findet man hier.

Am Samstag abend ab 21.45 Uhr waren im Rahmen der „Nacht des Menschenrechts-Films“ (Eintritt frei) alle Preisträgerfilme in voller Länge zu sehen. Die Stiftung Journalistenakademie ist Mitveranstalter des Deutschen Menschenrechts-Films. Unterstützt wird sie dabei von Kommunikation und Neue Medien e. V. sowie der Nürnberger Medienakademie.

Die Preisträger und Mitglieder der Jury

Auf der Pressekonferenz: Monsignore Wolfgang Huber von "Missio", Filmemacher Pagonis Paganakis, Pressesprecher Marko Junghänel
Weitere Fotos auf der Twitterwall

29.11.14

Journalistenakademie: Dossier "Körper" online

Kein Körperkult, aber kultige Beiträge zum Thema ‪#Körper‬: Das jüngste Dossier von Studierenden der Journalistenakademie ist online. Mit dabei: Zwei Filme aus dem berufsbegleitenden Lehrgang Videojournalismus. Zum einen Jambo Bukoba, ein Verein, der afrikanische Kinder durch Sport voranbringt, zum anderen eine Reportage zum Thema Embodiment: Brauchen Roboter einen Körper, um sprechen zu lernen?

24.11.14

Arbeitsagentur: Berufsweg planen mit Navigator

Die Bundesagentur für Arbeit geht mit einem neuen interaktiven Angebot online. Ab sofort steht der neue Berufsentwicklungsnavigator (BEN) online unter www.arbeitsagentur.de bereit. Er richtet sich in der ersten Version vorrangig an Erwachsene mit Interesse an Weiterbildung, beruflichem Wechsel, Aufstieg oder Wiedereinstig. Wer sich für einen beruflichen Wechsel interessiert, kann den Zielberuf, benötigte Kompetenzen, die Ausbildungsmöglichkeiten und die Jobchancen samt Stellenangeboten abrufen. Leider ist der Menüpunkt "Weiterbildung" noch nicht aktiv - er soll im Januar online gehen.

21.11.14

Journalistik: Zeitschrift message ohne Print

Ab 2015 erscheint die Fachzeitschrift "Message" nicht mehr in gedruckter Form. Ursache sind die rückläufigen Abonnentenzahlen der Zeitschrift. Der Leipziger Journalistik-Professor Michael Haller hatte "Message" 1999 gegründet. Die Fachzeitschrift verbindet Journalistik und Journalismus durch wissenschaftliche Beiträge mit hohem Praxisbezug.

Künftig wird es "message" möglicherweise als E-Paper oder als App geben. Wie genau das neue Modell aussieht, ist noch nicht bekannt. Zur Pressemitteilung der "Message"

15.11.14

Fachbeitrag: Wie hören wir in Zukunft Radio?

Radiohören findet in Großbritannien wie in den meisten europäischen Ländern vor allem im Auto statt. Was bedeutet das für die Radionutzung allgemein? Damit befasst sich ein Beitrag in der Zeitschrift Media-Perspektiven.

Die Zukunftsvision eines vernetzten Autos sieht so aus: Morgens wird das selbstfahrende Auto per Handy gerufen. Während der Fahrt können die Applikationen des Internets genutzt werden: Einkaufen, Chatten, E-Mails bearbeiten, Videos anschauen, Musik hören. Am Bestimmungsort angekommen parkt sich das Auto von selbst ein, während man sich bereits ins Büro begibt. Dabei fällt auf, dass Radiohören in dieser Zukunftsvision der Autoindustrie offensichtlich nicht vorgesehen ist. Im Auto ersetzen Apps, die mit Internet-Streamingdiensten verlinken, das Radio.

Was bedeuten solche Szenarien für die Zukunft des Radiohörens? Die Radiobranche steht vor drei grundlegenden Herausforderungen: 1. Radio darf den Anschluss an die Jugend nicht verlieren, 2. Radio darf sich nicht aus dem digital vernetzten Autoradio („connected car“) verdrängen lassen und 3. Radio muss als kostenlos empfangbarer Rundfunk auch in mobilen Endgeräten (Smartphones und Tablets) verfügbar sein.
Zur Kurzfassung und zum ausführlichen Beitrag von Media-Perspektiven 10/2014. Die Abbildung zeigt die Geräte, mit denen in Großbritannien Radio gehört wird. Quelle: Media-Perspektiven 10/2014

9.11.14

Kommentar: Stand up for your rights

Zum 9. November hat Minh An Szabó de Bucs einen Kommentar zu den friedlichen Protesten in Hongkong geschrieben. Ihr Beitrag entstand im Rahmen eines Workshops für die Freie Journalistenschule, den ich am Wochenende in Berlin halten durfte. Die Protestierenden in Hongkong beziehen sich auf die friedliche Revolution in der DDR 1989. Zum Kommentar

2.11.14

Neuerscheinung: Berufe in den Medien

In der Medienbranche gibt es weit über 200 verschiedene Berufsbilder. Durch die Digitalisierung entstehen ständig weitere neue wie der Social Media Manager, der Transmedia Producer oder der Datenjournalist. Alte Berufe sterben aus. Die Neuerscheinung "Berufe in den Medien" gibt einen Überblick über die verschiedenen Berufsbilder, Voraussetzungen und Ausbildungsmöglichkeiten: von Journalismus, Film und Games über Medientechnik und Medienmanagement bis hin zu Theater und Musik. Das Buch kostet gebunden 29 Euro; man kann es auch als PDF kostenfrei herunterladen.
Bestellmöglichkeit und kostenloser Download "Berufe in den Medien"

30.10.14

Sächsische Zeitung plant Wochenzeitung plus App

Die “Sächsische Zeitung” will zum 7.11.2014 die Wochenzeitung “auSZeit” herausbringen. Das berichtet Peter Stawowy in seinem Medienblog "Flurfunk Dresden". Demnach wird das Magazin im Tabloid-Format mit einer News-App für Smartphones gekoppelt sein, über die die Nutzer werktäglich die wichtigsten Nachrichten des Tages bekommen. Der Schwerpunkt soll jedoch auf der Wochenzeitung liegen, die die Ereignisse der Woche gebündelt und ausführlich auf der Basis der Berichterstattung in der Tageszeitung fürs Wochenende aufbereiten werde. Damit will die Sächsische Zeitung auf ein Lesepublikum reagieren, das sich die täglichen News aktuell mobil holt und von der Zeitung mehr Hintergrund erwartet.

Der Flurfunk berichtet weiter: "Wer die gedruckte “auSZeit” kauft, hat über einen Code gleichzeitig Zugriff auf die Inhalte der News-App." Im Heft werde man auf rund 56 Seiten die wichtigsten Themen der Woche lesen können. Erscheinungstermin für “auSZeit” solle freitags sein, die erste Ausgabe komme am 7.11.2014 heraus.
Zum Beitrag beim Flurfunk Dresden

28.10.14

Kurse Onlineredakteur/in und Pressereferent/in Crossmedia gestartet


Die neuen Kurse Onlineredakteur/in Crossmedia OC1 und Pressereferent/in Crossmedia PC1 haben am 27. Oktober 2014 an der Stiftung Journalistenakademie in München begonnen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet ein anspruchsvolles crossmediales Halbjahres-Programm. Themen wie journalistische Darstellungsformen, Präsentation und Moderation, Fotografie und Bildbearbeitung, Kundenzeitschrift, Methoden der Pressearbeit, PR-Konzept und Strategie, digitale Pressemappen und Presseportale sind im ersten Quartal angesagt. Dazu kommen das journalistische Dossier und echte Presseprojekte. Um Online-Texte, Webredaktion, Redaktionssysteme, crossmediale Konzepte, Social Media, Storytelling, Online-PR, SEO, Podcasts, Videos, Apps und Medienrecht geht es im zweiten Vierteljahr. Als Abschlussprojekt realisieren die Lehrgänge gemeinsam einen mehrmedialen Webauftritt. Zum Kursstart im Oktober 2014 hat die Stiftung Journalistenakademie ihre Vollzeitkurse inhaltlich optimiert, neu zertifiziert und mit den neuen Lehrgangsbezeichnungen noch besser auf die Wünsche des Arbeitsmarkts ausgerichtet. Das Team der Journalistenakademie freut sich mit den neuen Teilnehmenden: herzlich willkommen und viel Erfolg!

Die neuen Kursteilnehmenden beim Kursstart in der Bibliothek der Journalistenakademie
Bis zum 10. November 2014 ist der Einstieg für Kurzentschlossene möglich. Wer als Journalist oder Akademiker mit Medienerfahrung Wissenslücken schließen, fundierte Onlinekenntnisse erwerben oder in die Berufsfelder Pressearbeit klassisch und online wechseln will, ist für die aktuellen Kurse Onlineredakteur/in Crossmedia und Pressereferent/in Crossmedia an der Stiftung Journalistenakademie bestens geeignet. Jeder der beiden Kurse dauert sechs Monate und ist nach AZWV/AZAV zertifiziert.  Aktuelle Referenzen und Arbeitsproben erwerben die Teilnehmenden in mehreren kursbegleitenden Praxisprojekten. Auf www.journalistenakademie.de finden Sie die hier entstandenen Online –Dossiers, digitalen Pressemappen, Videos und Webauftritte. Das detaillierte Zertifikat bestätigt den Absolventinnen und Absolventen zum Lehrgangsende die neu erworbenen Kenntnisse. Unsere Vermittlungsquoten ein halbes Jahr nach Lehrgangsende liegen bei durchschnittlich 90 Prozent. Informationen zu den aktuellen Kursen gibt es unter www.journalistenakademie.de und telefonisch unter 089 1675106.

24.10.14

Journalistenschulen beraten bei den Medientagen

Bayerische Medienaus- und weiterbildungseinrichtungen präsentieren sich heute auf den Medientagen München. Irene Stuiber vertritt die Journalistenakademie und hat dieses Foto geschossen. Bereits bevor es richtig los geht, ist der Andrang groß. Die Journalistenakademie freut sich aufs Wiedersehen mit vielen ehemaligen Studierenden!

20.10.14

Nachlese 59. Mediengespräch: Transmedia und die Folgen


„Jetzt twittert jeder noch mal, und dann geht’s los“
Nachlese zum 59. Münchner Mediengespräch am 1. Oktober 2014
Datenjournalismus, Crossmedia, Transmedia: Trends im digitalen Storytelling


Mehr als 40 Interessierte haben sich im Bayernforum der Friedrich-Ebert-Stiftung eingefunden, als die Moderatorin Prof. Dr. Gabriele Hooffacker von der Stiftung Journalistenakademie das 59. Mediengespräch für eröffnet erklärt.


Natalia Karbasova: "Datenjournalismus ist Nutzwertjournalismus"

Auf dem Podium an diesem Abend diskutieren Experten über die neuesten Trends im digitalen Storytelling und deren Auswirkungen auf die Aufgaben und Herausforderungen im Journalismus. Natalia Karbasova, Multimedia-Spezialistin bei Burda Media, macht sich für den Datenjournalismus stark. Ulrike Köppen, Online-Redakteurin beim Bayerischen Rundfunk in der Abteilung Web-Innovationen, schildert Erfahrungen und Tendenzen im Bereich Transmedia. Dirk von Gehlen, Leiter Social-Media und Innovationen bei der Süddeutschen Zeitung und der Social-Media Plattform jetzt.de, plädiert vor allem für die crossmediale Ausrichtung journalistischer Inhalte. In einer Sache sind sich die Beteiligten einig: Die klassischen Mediengrenzen verschwinden und die Trends der digitalen Revolution können nicht mehr ignoriert werden. Lediglich die Bezahlmodelle für digitale Inhalte lassen noch Fragen offen und liefern keine ideale und einheitliche Lösung.

Datenjournalismus – Mehrwert für Journalisten und Nutzer 

Karbasova stellt in ihrem Input zahlreiche Beispiele vor, in denen Redaktionen komplexe und unübersichtliche Daten nicht mehr nur in reiner Textform beschreiben. Interaktive Webtools individualisieren und visualisieren Daten auf nutzergerechte Art: wie beispielsweise die Lebensqualität in US-amerikanischen Regionen auf einer interaktiven Karte aussieht, dass die Arbeitslosenquoten farbkodiert wesentlich einfacher erfassbar sind, oder wie sich das Mietpreisniveau konkret in meinem Stadtteil verhält.

The Guardian: Zahlen helfen, komplexe Sachverhalte verstehbar zu machen
Wo sonst nüchterne Listen und Tabellen den Leser verwirrten, wird jetzt auf den ersten Blick – oder besser gesagt den ersten Klick – erkennbar, worum es geht und welche Ergebnisse der immensen Datenflut den Nutzer persönlich betreffen. Damit werden Journalisten immer mehr zu Analysten und Statistikern oder auch zu Grafikern und Webdesignern. Zumindest sollten sie den Umgang mit Experten aus diesen Fachgebieten üben und pflegen. Datenjournalismus ist daher keinesfalls gleichzusetzen mit stoischer Fließbandarbeit, sondern erweitert den Horizont und setzt breiter gefächerte Kenntnisse voraus.

Transmedia – interdisziplinärer Wandel für Nutzer und Redakteure

Darin sieht vor allem Ulrike Köppen die große Chance für die Zukunft ihrer Berufssparte. Journalisten müssen nicht mehr nur recherchieren und schreiben können, sondern auch interdisziplinäre Manager und multimediale Kuratoren ihrer Projekte sein. Ihre Erfahrungen im Erzählen transmedialer Geschichten haben das gezeigt. So wurden beispielsweise die Bayern-2 Hörer nach einem Radiofeature mit dem Titel „Wie es euch gefällt“ vor den TV-Bildschirm gelockt, um die transmediale Geschichte weiterzuverfolgen. Anschließend ergänzten Web-Beiträge, Diskussionsforen und User-Interaktion das Themengebiet. Der Redakteur bildet die Schnittstelle für alle Kanäle und muss sich mit den unterschiedlichen Erzählformaten auseinandersetzen, um dem Publikum den Inhalt (Content) zu vermitteln. Seine Toolbox vergrößert sich damit enorm und User erleben Geschichten aus mehreren Blickwinkeln und auf eine individuelle Weise.

Social-Media – Trendbarometer für journalistische Themen

Die Social-Media Trends von Twitter, Facebook, YouTube und Co spielen nach wie vor eine wichtige Rolle für den Journalismus. Sah man diesem Phänomen anfänglich noch ängstlich entgegen, gibt es inzwischen positive Entwicklungen, die daraus ein datengetriebenes und relevantes Interesse für journalistische Themen ableiten. Jeder Empfänger ist somit auch Sender von Nachrichten und hat direkten Einfluss auf deren Verbreitung und Bedeutung. Auswertungen von Tweets und Posts sind wie ein Themenbarometer zu lesen und dienen als Grundlage für journalistisches Arbeiten.

Crossmedia: Nur wer neue Wege geht, hat eine Chance auf Erfolg

Crossmedia ist im journalistischen Alltag längst angekommen, wie Dirk von Gehlen bestätigt. Themen und Geschichten werden nicht mehr nur für die Print-Ausgaben der Süddeutschen Zeitung aufbereitet, sondern auch über die digitalen Kanäle ausgespielt. Dass sich Leser gezielt involvieren können, ist dabei ein entscheidender Vorteil. Drei ausgewählte Artikel pro Tag werden im Online-Portal der SZ zur öffentlichen Diskussion gestellt. Man habe sich dafür bewusst entschieden, um die Qualität der medialen Interaktion zu steigern, so von Gehlen. Wurden zu Beginn des Social-Media Hypes die Usermeinungen oft unüberlegt und wahllos ins Netz „gerülpst“, so führt das organisierte Kommentieren und Diskutieren zu einem Mehrwert für Nutzer und Redakteure. Die SZ geht sogar einen Schritt weiter. In einem Experiment will von Gehlen in den kommenden Wochen eine Buchrezension zusammen mit 100 Usern im Web schreiben: Gemeinsam lesen, gemeinsam bewerten und gemeinsam kritisieren, so lautet die Devise, um User vom passiven Konsum zum fairen Dialog im Netz zu überzeugen.

„Medien die nicht crossmedial verfügbar sind, gibt es bald nur noch im Museum“, prognostiziert Karbasova für die nächsten zehn Jahre. Die Printmedien müssen sich der digitalen Herausforderung stellen. Die im 59. Mediengespräch vorgestellten Beispiele und Ideen sind nur eine Momentaufnahme. „Die ersten Schritte in einen dunklen Raum tun immer weh“, fasst von Gehlen seine Erfahrungen im digitalen Umfeld zusammen. „Aber nur weil es dunkel ist, muss das nicht heißen, dass es da drin nicht schön ist.“ Wir befinden uns nach wie vor in der Phase des Ausprobierens neuer Trends und der Annäherung an die digitale Welt, ohne dabei die klassischen Printmedien zu vergessen. Auf keinen Fall ist aber der Beruf Journalist gefährdet. Jagte man bisher der Quantität und den reinen Klickzahlen für Meldungen hinterher, so konnten die Podiumsgäste bestätigen, dass inzwischen die Verweildauer eines Users als ebenso wichtiger Gradmesser für den digitalen Erfolg einer Meldung eine Rolle spielt. Der „Long-Read“ und die Leistung journalistischer Arbeit hat somit längst nicht ausgedient – auch wenn eine Kurzmitteilung von 140 Zeichen dazu den Stein erst ins Rollen gebracht hat.

Von Thomas Porzner

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Lehrgänge Online-Journalismus OJ51 und Pressearbeit online 44 an der Journalistenakademie München haben zum 59. Mediengespräch 'Datenjournalismus, Crossmedia, Transmedia' die digitale  Pressemappe mit Interviews, Porträts und Hintergrundtexten erstellt.